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Hiß, Matthias



Bg. und Metzger, * 16.05.1652 Eichstetten, + 06.02.1705 Eichstetten
"Matthias Hiß, Bürger und Metzger in Eichstetten, 1652 bis 1705
Echstetten war fast völlig zerstört, als Matthias das Licht der Welt erblickte. Es waren Zeiten großen Grauens, ähnlich denen, die Löns in seinem "Werwolf" schilderte. Dreiviertel der Mitbürger waren tot, gestorben, verdorben. Äcker und Weinberge glichen einer Wildnis, Trauer und Trostlosigkeit lagen über dem Dorf am Kaiserstuhl. Trotzdem machten sich die Überlebenden unverzüglich an den Wiederaufbau. Zuwanderer aus der Schweiz, auch zurückgebliebene Soldaten halfen die Lücken füllen. Aber nicht lange durften sich die Eichstetter ihres neuaufbaus freuen. Ein neuer Krieg brach aus, der sogenannte Holländische Krieg. Bis nach Eichstetten schlugen seine Wellen. Am 27. November 1675 kam der Feind ins Land. Fast alles gieng wieder in Flammen auf, so auch das Rathaus mit der "Stube", in der unser Matthias mit seinen Eltern den Gästen bei Hochzeiten, an Jahrmärkten und nach Gerichtsverhandlungen Speise und Trank aufgetischt hatte. Groß war die Not, wieder mußte man flüchten, um wenigstens das nackte Leben zu retten. Auch nach Friedensschluß zogen Marodeure und verwilderte Soldateska auf eigene Faust weiter sengend und brennend durchs Land. Da griffen die Eichstetter zur Selbsthilfe. Sicherheitsgarden wurden aufgestellt, zu denen alle waffenfähigen Männer, darunter sicher auch unser Matthias, gehörten. Doch kaum war es gelungen, wieder Frieden im Land zu schaffen, da entbrannte 14 Jahre später ein neuer, nicht minder schrecklicher Krieg, der Pfälzische Erbfolgekrieg. Die Pfalz ging in Flammen auf, Heidelberg und sein Schloß wurden in Schutt und Asche gelegt. Auch die badische Markgrafschaft griffen die Kämpfe über. Die Hochburg fiel in Trümmer, und auch Eichstetten blieb nicht verschont. Wieder Plünderung und Brandschatzung, das gleiche zehn Jahre später, als Breisach belagert wurde. Er hat vie böses erlebt, der matthias, ehe er im Alter von 53 Jahren am 6.Februar 1705 starb, nur 5 Jahre nach seinem Vater. Seine Ehefrau Barbara, geb. Reinbold stammte aus Ihringen. In den Eichstätter oder Ihringer Kirchenbüchern ist aber über sie nichts näheres zu erfahren. Vielleicht haben sie sich auf der Flucht kennengelernt. Ein Kind, kaum ein Jahr alt, starb ihnen in Ihringen "auf der Flucht". Es ist wahrscheinlich, so meint der Eichstätter Familien- und Himatforscher Adolf Gänsehirt, daß Barbara nach dem Tod ihres Mannes im Jahre 1705 nach Ihringen zurückgekehrt ist und dort bei ihrem Kind begraben wurde." [Q: Sippenbuch Hiß, 1961, S.29/30]

oo geschätzt 1680 Barbara Reinbold

Quellen: Ortsfamilienbuch Eichstetten, Eichstetten am Kaiserstuhl 1644-1900
Sippenbuch Hiß
Sippenbuch Hiß
Sippenbuch Hiß

Vater:Matthias Hiß

Mutter:Maria Magdalena Burkmann

Geschwister:Adam Hiß

Kinder:Anna Maria Hiß

Johann Georg Hiß

Katharina Hiß

NN. Hiß

Maria Magdalena Hiß

Anna Hiß


Erstellt mit dem Programm AHNENBLATT (www.ahnenblatt.de).