[zurück zur Startseite]

Hiß, Matthias



* um 1616, + 14.03.1700 Eichstetten
= 2952/5888/6000

"Matthias Hiß, Bürger und Stubenwirt ist in Eichstetten geboren im Jahre 1616 und dort gestorben am 14.03.1700. Mitten im schlimmsten aller Kriege, die der Kaiserstuhl je gesehen hat, fällt die Jugendzeit unseres Ahnen Matthias. Die Namen seiner Eltern wissen wir nicht ganz sicher überliefert, der Vater hieß warscheinlich Adam und war Krämer in Eichstetten. Von seinen 84 Lebensjahren waren mehr als dei Hälfte mit Kriegen ausgefüllt, die selten aus ehrenhaften Kämpfen, sondern fast nur aus ehrlosem und teuflischem Morden, Brennen, Rauben und Plündern, Foltern und Schänden der wehrlosen Bevölkerung bestanden.(...) Ähnlich Grimmelshausen "Simplicissmus" mußte also unserer Matthias schon in jungen Jahren unaussprechliche Greul des Dreißigjähreigen Krieges kennen lernen, als Polen und Kroaten, Sachsen, Bayern und anderes bunt zusammengewürfeltes Kriegsvolk, meist Auswurf der Menschheit, in Eichstetten lagen. Bis dahin hatte der Junge den Krieg nur vom Hörensagen kennengelernt. (...) Und nun war er selbst Zeuge geworden, wie Krieg aussieht. Die Felder verwüstet, das Vieh weggetrieben, die Menschen ohne Obdach und am Verhungern! Und immer neue Not als 1632 von Beisach her kaiserliche Truppen in das evangelisch gewordene Hochbergland einfielen und nun ebenso mordeten und plünderten wie vorher die Polen und Kroaten. Nur die Flucht auf die Hochburg, in den Schwarzwald oder nach Straßburg konnte wenigstens einen Teil der Einwohner das Leben retten, Alte und Kranke kommen elend um. Dann kamen schwedische und markgräfliche Truppen und verjagten die Kaiserlichen, drei Regimenter zu Pferd und ein Dragonerregiment, aus Eichstetten. Es war eine teuer erkaufte "Befreiung" und Frieden gab es noch lange nicht. Noch einmal hatte das Dorf schwer zu leiden, als spanische Regimenter an den Kaiserstuhl kamen. Sie standen in besonders üblem Rufe und hausten auch übel. So ging es jahrelang hin und her, es waren böse Zeiten. Was unser Matthias dabei erlebt hat, wissen wir nicht. Gutes war sicher nicht viel darunter. Wurden doch dreiviertel der Einwohner durch den krieg dahingerafft und die meisten Häuser zerstört. Wie manchen lieben Verwandten mag er verloren haben und wie oft selbst nur mit Mühe dem Tode entronnen sein? Er konnte es nur der göttlichen Fügung danken, daß sie ihm vor dem Schlimmsten bewahrte und ihn den Friedensschluß von 1648 überleben ließ.
Seine Ehefrau war Maria Magdalena Burgmann. Nach dem Kirchenbuch ist sie 1606 geboren, Namen und Herkunft wissen wir nicht. Ob die Kriegswirren die Beiden zusammengeführt haben? Es wird nirgends Näheres berichtet. Daß sie als Frau in den schrecklichen Zeiten doppelt viel zu leiden hatte, ist sicher."
Quelle: Rundschreiben von Albert Hiß Freudenstadt, Mai 1956

oo vor 1677 Maria Magdalena Burkmann

Quellen: Sippenbuch Hiß
Sippenbuch Hiß

Vater:Adam Hiß

Kinder:Adam Hiß

Matthias Hiß


Erstellt mit dem Programm AHNENBLATT (www.ahnenblatt.de).