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Baur, Daniel alt



Bürger und Weingärtner, auch Soldat, ~ 18.04.1671 Großheppach, + 19.11.1750 Großheppach
"Ist bey den Eltern auferzogen, sehr fleißig in die Schul geschikt, da er leßen, schreiben und die Grund Sätze des Xristenthums über die maßen wohl ergrifen. Er war so gelirnig, daß er im Stand war, einen Psalmen in einer Stunde zu lernen, wie es H. Pfarrer Schmid seel. allhier mit ihme öffters mit erwünschtem Succsess mit ihme probierte und auch alle erforderl. gaben zum studieren bey ihme gefunden, auf dahero ihme darzu angehalten wißen wollte. In der Schul hatte er immer die Ober-stella, und that als Knab provisors-dienst beym dahmaligem Schulmei-ster Kleinen. Bald nach geendigten SchulJahren im 15. od. 16. Jahr wurde er unter die miliz gezogen, unter das Serenissimi administr. friderici Caroli Leib-regiments, da er 3.fl. Handgeld bekommen, unter welchem er 2. Jahr gestanden, und 2. Feldzüge mit demselben, unter der Kayßerl. armeé (die s. Sage nach damahl 100 000. m. stark war) darun-ter dieses regiment gestoßen worden, gethan an dem Rhein, da die Franzoßen immer vor ihnen gewichen. Er stund 6. Wochen mit der armeé bey Worms. NB. vorher, ehe er unter gedachtes leibregiment mit Gewalt genommen worden, stund er 3.Jahr unter der durch die auswahl gesammelten Landmiliz. Hierauf gieng ein Befehl aus, daß die ge-zwungers Leute vor 10. thaler in fürstl. Canzley ihren abschied erhalten sollen, welche erlaubnüß einen monath lang dauerte. Bey dieser Gele-genheit kaufte er sich auch vor 15.fl. los. Nachdem er losworden gieng er bey N. Enßlens Wittib von Kl.Heppach in die Kost 4. Jahr lang, da er sich nach Fellbach verheurathet. Hat zwar niemahlen keine Krankheit ausgestanden, aber anno 1703 da er ungefähr 6-8. Jahr gehaußt wurde er von dem über ihm zusamenfallenden Erdenlochs übel beschädigt, ihme der Fuß entzweygeschlagen; hierauf wurde der Fuß voller materie, daß man ihm 6. Löcher hineinschneiden mußte, die materie abzuleiten, welches auch gelungen, daß er wieder zurecht kam, ungeachtet die Barbierer ihm den Fuß wegnimmen wollten, wozu auch H. Pfarrer u. jedermann gerathen, weil man zweifelte ihn auf einen anderen Weg davon zu bringen. Sonst weißt er von Unglücksfällen nicht. NB. jener Unfall begegnete ihm in der Gmünder Nonnen Weinberge, die er baute. War der jüngste unter 3. Brüdern 1) Johannes p.63. nat.d. 27.oct.1664. + d. 26.Nov. 1747. at.83.J.1.Monath. 2) Nicodemus p.60. nat.d. 24.Xbr.1666. + d.21.Jan.1748. at.84.J.4.Wochen. Dießer Daniel hat erlebt 35. Enkel, wovon noch 15. leben, auch hat er ein urenkele erlebt. Bekam zuletzt hitze, wie sein Bruder Nicodemy u. starb." [Q: Seelenbuch Großheppach, Bd.1, Bl.62]

oo 28.11.1697 Fellbach Barbara Rienhard

Quellen: Seelenbuch Großheppach
Taufbuch Großheppach
Taufbuch Großheppach
Totenbuch Großheppach

Vater:Nicodemus Baur

Mutter:Anna Catharina Schuerle or Schürlin

Geschwister:Anna Margretha Baur

Kinder:Anna Barbara Baur

Daniel jung Bauer

Matthaus Friedrich Baur

Anna Baur


Erstellt mit dem Programm AHNENBLATT (www.ahnenblatt.de).